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Klotzscher Verein e.V.
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Ostsächs. Sparkasse Dresden

Ev.-Luth. Kirchgemeinde Klotzsche
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LKG Sachsen
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Chronik

Am 19. September dieses Jahres kann die Kirchgemeinde Klotzsche-Hellerau ein bedeutsames Jubiläum begehen, das auch in Verbindung mit dem 200. Jahrestag der Weihe der Alten Kirche im Dorf Altklotzsche am 30. Oktober 2011 in Verbindung steht.   

Vor 690 Jahren, am 19. September 1321, wurde den Gläubigen von Klotzsche, als der Ort noch „Kloiczowe“ genannt wurde, aufgrund einer Bittschrift an den Bischof Withego zu Meißen, von diesem der Bau einer eigenen Kirche erlaubt.
Dieses Ansinnen war für die etwa 130 Einwohner des stillen Heidedorfes durchaus berechtigt denn bis zur Einweihung der eigenen Kirche mußten sie den beschwerlichen Weg  zur Frauenkirche in Dresden zurücklegen um dem Gottesdienst nachkommen zu können. Die Klotzscher gehörten kirchenamtlich zur Frauenkirchgemeinde Dresden.
Der weite Weg über den Heller war im Sommer oft durch Sand und im Winter durch Schneeverwehungen unpassierbar und zudem durch Räuber und wilde Tiere, wie Bären und Wölfe, sehr gefährlich.

Nachdem die neue Kirche im Dorf auf einem kleinen Hügel erbaut war, überstand sie reichlich 400 Jahre ohne nennenswerte Schäden. Zumindest liegen keine Berichte darüber vor. Leider gibt es auch keine Dokumente, die uns etwas zum Aussehen der Kirche sagen könnten. Doch es wird berichtet und ausdrücklich hervorgehoben, dass sie drei schöne Glocken und eine Schlaguhr gehabt hätte. Letztere allerdings sicher erst später, denn die erste Turmuhr mit Glockenschlag wird im Jahr 1336 in Mailand erwähnt. Diese Ausstattung ist für eine kleine Dorfkirche zur damaligen Zeit jedenfalls recht ungewöhnlich.

Die neue Kirche und ihr Pfarrer waren auch mit finanziellen und materiellen Auflagen verbunden, die die Einwohner an die bischöfliche Behörde zu leisten hatten. Bis zur Einführung der Reformation in Sachsen, im Jahre 1539, war Klotzsche katholisch und kirchlich selbständig. Danach wurde Klotzsche kirchlich als Filialgemeinde dem benachbarten Wilschdorf  zugeordnet. Diese Reglung hielt sich noch bis zum 30. März 1895.

Beim ersten großen Dorfbrand, der am 15. Oktober 1729 nachts 11 Uhr im Gasthof Erbgericht durch Unvorsichtigkeit eines Küchenjungen entstanden war, fielen dem Feuer in kurzer Zeit 10 Häuser und 6 Scheunen zum Opfer. Zerstört wurde dabei auch der Turm der Kirche mit den drei Glocken und der Schlaguhr. Die Kirche wurde wieder aufgebaut, aber auch darüber fehlen genaue Berichte über ihr Aussehen und ihre Ausstattung.

Der Bestand dieses Gotteshauses währte nur bis zum 30. Oktober 1802. An diesem Tage soll eine Frau gegen 5 Uhr in früh ihren Flachs, den sie zum Trocknen ausgelegt hatte, mit offenem Licht betrachtet haben. Dabei entzündete sich der Flachs und setzte das ganze Haus in Brand. Da gerade Wind aus Richtung Ost herrschte, wurde das Feuer durch den ganzen Ort getrieben und es vernichtete fast das gesamte Dorf bis auf sieben Häuser. Auch die Kirche, gerade mal 80 Jahre alt, wurde vollständig zerstört. Ein beherzter Einwohner konnte in letzter Minute noch drei wertvolle hölzerne Heiligenfiguren aus dem Altar retten, die heute noch, wenn auch beschädigt, in der Kirche vorhanden sind.  

Der bekannte Volks- und Jugendschriftsteller Gustav Niertiz (1795-1876), der als Junge zur Unglücksstätte gekommen war, berichtet in seiner Selbstbiografie 1872 erschütternd über seine Eindrücke. Klotzsche, vorher ein ansehnliches Bauern- und Häuslerdorf, war jetzt ein rauchendes Trümmerfeld, in dem einzelne verzweifelte Bewohner im glühenden Schutt nach ihrer Habe suchten.
In ganz Sachsen sprach sich das Unglück herum und überall fanden sich Spender, die den Wiederaufbau des Dorfes und der Kirche unterstützten.
Die staatliche Brandkasse zahlte mehr als 8600 Taler zum Wiederaufbau des Ortes. Die Kirche allein kostete über 5000 Taler. Die hübsche Dorfkirche, wie wir sie heute sehen, die von vielen bedeutenden Malern oft im Bild festgehalten wurde und die auch heute noch mit den sie umgebenden Fachwerkhäusern als beliebtes Fotomotiv gilt, war nach reichlich einjähriger Bauzeit am 30. Oktober 1811 eingeweiht worden. Sie ist somit in diesem Jahr 200 Jahre alt.

Im Dresdner Anzeiger war über die Einweihung folgendes berichtet worden:

„Die Kirche ist auf dem Platz der alten Kirche unter der Direktion des Zimmerermeisters Georg Samuel Höring gebaut worden. Es hatte eine Kollekte in den Kirchenbezirken Dresden, Hayn, Meißen und Pirna stattgefunden. Der König Friedrich August der Gerechte gab zum Bau 500 Taler und der Kirchenpatron 100 Taler. Die Glocken wurden von dem Wasserinspektor La Mare gegossen, die Orgel mit zwei Manualen vom Orgelbauer Keyser erbaut. Nachdem S. Hochwürden, Magnificenz D. Tittmann, der Generalsuperintendent aus Dresden, in dem Gasthaus zu Klotzsche mit der Gemeinde eine religiöse Zusammenkunft gehalten hatte, zog um 9 Uhr die Gemeinde mit Sr. Magnificenz, dem Pastor zu Klotzsche, Johann Georg Zscheile, den Kirchenvätern, Schullehrer und einem Teil der Schuljugend unter dem Geläut der Kirchenglocken und dem Gesang: „Es wolle Gott uns gnädig sein“ in die Kirche, wo die Einweihung der Kirche und ein darauf folgender Festgottesdienst stattfand, zu welchem Musikdirektor Weinlig ein Kirchenstück komponiert hatte.“

Die zwei Glocken von La Mare zersprangen wegen eines Gießfehlers schon im Folgejahr 1812 wieder und es dauerte wegen der wenigen finanziellen Mittel der Gemeinde bis ins Jahr 1834, als neue Glocken am 30. Oktober 1834 zum ersten Male erklangen. Diese Glocken wurden von Pfarrer Christoph Heinrich Jenichen geweiht. Gegossen wurden die Glocken in der Königlich - Sächsischen Stückgießerei in Dresden von Inspektor Sigismund Schrottel. Sie riefen die Gemeinde bis zum I. Weltkrieg zum Gottesdienst. 1914 mußte eine der Glocken für Rüstungszwecke abgegeben werden.

Auch die am 17. März 1907 im neuen Ortsteil Königswald eingeweihte Christuskirche mußte im I. Weltkrieg ihr Bronzegeläut hergeben, bis auf eine Glocke. Diese kam jetzt zum Geläut der Alten Kirche. Im II. Weltkrieg mußte jedoch auch diese wieder heruntergenommen und abgegeben werden.
In Apolda ist schließlich 1961 eine neue zweite Glocke für unsere Dorfkirche gegossen worden. Die alte und die neue Glocke rufen seither die Gemeinde zu kirchlichen Veranstaltungen.

Ein wirklich wechselvolles Schicksal hat diese 200jährige Kirche hinter sich. Möge sie in Zukunft vor weiterem Schaden bewahrt bleiben.

Siegfried Bannack

Quellenangabe:
Kurt u. Helmut Kelling: „Chronik von Klotzsche“, 1933 und Pfarramt Klotzsche: „Unser liebes, altes Geburtstagskind erzählt“, 1961.
 
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